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Prompt-Beispiele für Marketing und Conversion

Konkrete Prompt-Vorlagen für Landing Pages, Ads, E-Mails und Social Posts – mit Vorher/Nachher und klaren KPI-Hinweisen.

Von Gabriel Serwas · Über den Autor

Marketing-Prompts scheitern an fehlender Zielgruppe

„Schreib einen Werbetext“ ist keine Briefing. Ohne Zielgruppe, Angebot, Einwand und Kanal produziert jede KI austauschbare Superlative. Gute Marketing-Prompts erzwingen Positionierung: Für wen? Welches Versprechen? Was ist der nächste Schritt? Was ist tabu (Preise erfinden, medizinische Claims, Superlative ohne Beleg)?

Plane den Output wie ein kleines Deliverable: drei Headline-Varianten, ein Body, ein CTA, optional Einwandbehandlung. Dann kannst du A/B-testen statt endlos zu paraphrasieren. Marketing-Teams, die Prompts wie Briefings behandeln, bekommen Texte, die näher an echten Kampagnen liegen.

Ein weiterer häufiger Fehler: Feature-Listen statt Nutzen. Sag dem Modell explizit, Nutzen und Situation der Zielperson zu priorisieren – Features nur als Beleg.

Bausteine für Conversion-Texte

Je enger der Kanal, desto strenger die Formatanweisung. Eine Display-Ad braucht Zeichenlimits; eine Landing-Page braucht Abschnittsstruktur und Scanbarkeit. Kopiere dir die folgende Checkliste in deine Prompt-Vorlage.

  • Angebot in einem Satz (was, für wen, welches Ergebnis)
  • Kanal und Länge (LinkedIn-Post ≠ Google-Ad)
  • Tone of Voice und Markenregeln
  • Einwand, den der Text adressieren soll
  • CTA und gewünschte Handlung
  • Verbotsliste (keine Fake-Testimonials, keine erfundenen Zahlen)
  • Optional: Wettbewerbskontext ohne Markennamen zu diffamieren

Vorher / Nachher: LinkedIn-Post für B2B

Denselben Kern kannst du für Ads und E-Mails wiederverwenden – ändere nur Kanal, Länge und CTA. Das spart Briefing-Zeit und hält die Positionierung konsistent.

LinkedIn-Hook für SaaS

Zu vage:

Schreib einen LinkedIn-Post über unser Tool.

Strukturiert:

Du bist B2B-Content-Marketerin für ein deutsches SaaS-Tool, das Meeting-Notizen strukturiert. Zielgruppe: Team Leads in Agenturen (10–50 Personen), die Zeit in Nachbereitung verlieren. Schreibe auf Deutsch einen LinkedIn-Post (max. 120 Wörter) mit: starker Hook in Zeile 1, einem konkreten Alltagsproblem, einem Nutzen ohne Feature-Liste, CTA „Kommentar mit eurem größten Zeitfresser“. Ton: kollegial, keine Emojis, keine Superlative. Erfinde keine Kundenstimmen oder Prozentzahlen.

Kernaussage: Zielgruppe, Kanallänge, Hook-Struktur und Verbote machen aus „irgendwas über das Produkt“ einen testbaren Post.

Landing-Page-Abschnitte per Prompt briefen

Statt „schreib eine Landing Page“ einzelne Module anfordern: Hero (Headline, Subline, CTA), Problem, Lösung, Sozialer Beweis (Platzhalter, keine Fake-Quotes), FAQ. Pro Modul ein Prompt hält Qualität höher und erleichtert menschliches Editing.

Gib dem Modell ein Beispiel für den gewünschten Stil – zwei Sätze aus eurer bestehenden Website reichen oft als Few-Shot. Ohne Stilanker driftet Marketing-Copy in generisches Agenturdeutsch. Wenn ihr einen Styleguide habt, extrahiere drei Regeln (Anrede, Du/Sie, verbotene Wörter) direkt in den Prompt.

Für den Hero-Bereich lohnt eine Varianten-Anforderung: „Liefere 5 Headlines und 3 Sublines, jeweils mit kurzer Begründung, welche Zielgruppen-Spannung adressiert wird.“ So bekommst du Auswahl statt einer einzigen „fertigen“ Version.

Ads: Zeichenlimits und Varianten

Für Google- oder Meta-Ads immer Zeichenlimits und Anzahl der Varianten spezifizieren: „5 Headlines max. 30 Zeichen, 5 Descriptions max. 90 Zeichen, jeweils auf Deutsch, Fokus Nutzen statt Feature.“ Bitte um eine Spalte „Annahme“, damit du siehst, wo das Modell rät.

Lasse das Modell keine Preise oder Rabatte erfinden. Wenn der Preis fehlt, soll es eine Platzhalter-Syntax wie [PREIS] verwenden. Dasselbe gilt für Bewertungssterne, Nutzerzahlen und „von Kunden geliebt“-Claims ohne Beleg.

Nach dem Entwurf: menschlich kürzen und auf Markenfit prüfen. KI-Ads wirken oft zu glatt – ein konkretes Produktdetail oder eine konkrete Situation hebt sie ab.

E-Mail-Sequenzen ohne Spam-Ton

Für Cold- oder Nurture-Mails: eine Mail pro Prompt, klare Sequenzposition („Mail 2 von 3, Follow-up ohne Druck“), und ein einziges CTA. Bitte um Betreffzeilen-Varianten getrennt vom Body – sonst optimiert das Modell beides gleichzeitig und verwässert.

Persönlichkeit schlägt Länge. Ein Prompt, der „kurz, konkret, ein Nutzen, ein CTA“ erzwingt, schlägt einen Prompt, der „eine überzeugende, ausführliche E-Mail“ verlangt.

Qualität prüfen, bevor du publishst

KI liefert Entwürfe. Conversion entsteht durch Testen und echte Kundenstimmen – nicht durch den eloquentesten Prompt allein. Nutze die Checkliste als letzte Hürde vor dem CMS oder dem Ad-Manager.

  • Würde ein Mensch aus der Zielgruppe den ersten Satz weiterlesen?
  • Ist der CTA eine konkrete Handlung?
  • Gibt es unbelegte Claims?
  • Passt die Länge zum Kanal?
  • Sind Platzhalter für echte Daten noch offen – und markiert?

Mehr Beispiele, weniger Floskeln

Few-Shot hilft im Marketing besonders: Füge ein bis zwei echte Sätze aus eurer besten Kampagne ein und sag „Schreibe im gleichen Stil, aber für Angebot X“. Ohne Stilbeispiel driftet jedes Modell in austauschbare Werbesprache.

Wenn du Produktnamen, USPs und Tabus in einem kurzen Markenblock vor dem Aufgabenprompt hältst, sparst du Wiederholung über Kanäle hinweg. Der Markenblock ist Kontext; der Kanalprompt ist Ziel. Trennung hält beides wartbar.

Miss Erfolg nicht an Eloquenz, sondern an Klarheit: Versteht die Zielperson in fünf Sekunden, was angeboten wird und was als Nächstes passieren soll? Wenn nein, schärfe Hook und CTA – nicht den poetischen Mittelteil.

Bessere Prompts hilft dir, aus einer groben Kampagnenidee zuerst ein strukturiertes Briefing zu machen. Den veredelten Prompt kopierst du danach in dein LLM und erzeugst Varianten für Testläufe.

Zum Schluss: Halte eine kurze „Anti-Liste“ bereit – Formulierungen, die bei euch immer schlecht konvertieren („revolutionär“, „einzigartig“, unbelegte Prozentwerte). Füge sie als Verbote in Marketing-Prompts ein. Das spart Editing-Zyklen und schützt die Marke.

Prompt jetzt veredeln

Schreib deine Idee grob auf – das Tool auf der Startseite strukturiert sie zu einem klaren Prompt für ChatGPT, Gemini oder Claude.

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